Gesundheit

Mittwoch, 18. Januar 2006

Antibiotika jetzt auch in Salat und Weizen

Schlechte Nachrichten für Vegetarier: Zum ersten Mal spürten Wissenschaftler der Uni Paderborn Antibiotika auch in Salat und Weizen nach. "Zwar wissen die WissenschaftlerInnen noch nicht, wie stark Brot belastet ist", sagt Oliver Wendenkampf, Gesundheitspolitischer Sprecher des Bund für Umwelt und Naturschutz BUND. "Antibiotika gelangen aber auf jeden Fall ins Getreide und ins Gemüse."

Welche Brisanz dieser aktuelle Befund der Mediziner hat, wird deulich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Antibiotika eigentlich die Erreger von lebensgefährlichen Infektionen unschädlich machen sollen. Werden sie aber mit dem Essen aufgenommen, gewöhnen sich die Keime an die Arznei und werden immun. Die Medizin wirkt dann nicht mehr, wenn jemand krank ist. Schon lange ist erwiesen, dass Fleisch Antibiotika enthält, weil Schweine und Puten diese Medikamente verabreicht bekommen.

Jedes Jahr werden europaweit in der Tier- und der Humanmedizin zusammen bis zu 4.000 Tonnen der Arznei verschrieben. Wie der Mensch scheiden aber auch die Tiere bis zu 90 Prozent der Pillen, die sie schlucken, wieder aus. So wandert das Antbiotikum mit der Gülle aufs Feld. Und dann? Mit dieser Frage hatte sich bisher niemand beschäftigt.

Wissenschaftler der Uni Paderborn untersuchten den Weg von Medikamenten, die an Schweine verfüttert werden. Darunter Chlortetracyclin, das Tierärzte gegen Husten verschreiben. Dem Vieh bekommt die Klimatisierung des Stalls oft nicht. Die Wissenschaftler behandelten sechs Schweine nach üblichem Rezept. Mit der Gülle, die zunächst acht Monate lang lagerte, düngten die Experten auf ihren Versuchsfeldern Weizen und Salat. Das war im Frühjahr 2005. In den folgenden Monaten nahmen die Experten mehrfach Proben.

Die Paderborner fanden die Medikamente im Weizen und im Salat wieder. Im reifen Korn wiesen sie beispielsweise 0,05 Milligramm Antibiotikum pro Kilo Getreide nach. Damit liegt die Konzentration der Arznei zwar unter den Höchstwerten, die für Fleisch aufgestellt wurden. Die Experten sind aber trotzdem alarmiert.

Wie sieht die Belastung bei Kohl, Mais, Möhren oder Zwiebeln aus? Jochen Heimberg vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit rät jedenfalls künftig pflanzliche Lebensmittel auf Antibiotika-Rückstände zu untersuchen. "Dazu fehlten verbindliche Standards". bemängelt Oliver Wendenkampf vom BUND. Nach den allarmierenden Befunden aus Paderborn ist die Bundesregierung gefordert: Der Verbrauch von Antibiotika im Stall muss eingedämmt werden, fordert der BUND.

Lange Zeit haben Bauern das Medikament einfach in den Trog gekippt. Denn die Arznei macht nicht nur gesund, sie hilft Tieren auch, das Futter besser zu verwerten. Und das beschleunigt die Mast. Erst seit diesem Januar ist diese Praxis EU-weit verboten. Jetzt dürfen Antibiotika nur noch eingesetzt werden, wenn das Vieh krank ist. Allein: Oft wird die gesamte Herde behandelt, sobald nur ein Tier hustet. "Tierärzte müssen weniger verschreiben", rät BUND-Agrarexpertin Reinhild Benning.

Quelle:
oliver.wendenkampf@bund.net

Samstag, 7. Januar 2006

Pharmakonzerne sahnen ab: Arzneimittelausgaben auf Rekordniveau

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel bewegen sich wieder auf Rekordniveau. Bis Ende November 2005 haben die Kassen nach Angaben des Deutschen Apothekerverbandes 21,21 Mrd. Euro für Medikamente ausgegeben. Für das Jahr 2005 insgesamt rechnen die Kassen mit bis zu 24,6 Mrd. Euro. Damit würden die Kosten für Arzneimittel die bisherige Rekordmarke von 24,2 Mrd. Euro im Jahr 2003 übertreffen.

Ganze Meldung und Stand der Ausgabenentwicklung:
http://www.aok-bv.de/politik/meldungen/index_06760.html

Mittwoch, 7. Dezember 2005

Acrylamid im Lebkuchen

Zur Adventszeit hat foodwatch wieder Lebkuchen und Spekulatius in einem Labor auf die krebsverdächtige Substanz Acrylamid testen lassen. Die Ergebnisse haben wir für Sie wir in einer Art Einkaufsführer zusammengestellt.

Spekulatius sind fast durch die Bank besser, doch die Hälfte aller getesteten Lebkuchen sind schlechter als im Vorjahr. Noch immer werden den Verbrauchern unnötige Acrylamid-Mengen zugemutet.

Die Veröffentlichung der Testergebnisse zeigt Wirkung. Die Reduzierung von Acrylamid, das beim Backen, Braten und Frittieren entsteht, kann dauerhaft aber nur durch eine verpflichtende Kennzeichnung erreicht werden.

Die konkreten Testergebnisse und ausführliche Informationen zu Acrylamid finden Sie unter:

http://www.foodwatch.de/showpage.php?pageId=210

Mittwoch, 23. November 2005

Fleisch-Skandale

Verdorbenes Fleisch in Nordrhein-Westfalen, vergammeltes Geflügelfleisch in Niedersachsen, Schlachtabfälle in Bayern, Hackfleischbetrug im Supermarkt: Fleischskandale und kein Ende in Sicht!

Ursache ist nicht nur die kriminelle Energie einzelner oder der "Billigwahn" der „Schnäppchen“-Verbraucher. Nein, das System ist an sich falsch und muss auf den Kopf gestellt werden. Verbraucher haben nicht, das Recht, die Namen schlechter Produkte und unseriöser Firmen zu erfahren. Sie können nicht auf Schadenersatz klagen, wie in anderen Wirtschaftszweigen: das Beweismaterial ist ja meist schon verspeist, wenn man krank wird oder ein Skandal ans Licht kommt. Die Sanktionen für die verantwortlichen Unternehmen sind absolut unzureichend. So kann es sein, dass in Europa jährlich 14 Millionen Tonnen Schlachtabfälle hin- und her transportiert werden, ohne dass deren Verwendung nachvollziehbar ist!


Schalten Sie sich ein – aktuelle Talkshows mit foodwatch:

Am kommenden Freitagabend, 25. November 2005, um 22:00 Uhr ist foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode Gast beim NDR-Talk „Herman & Tietjen“ zum aktuellen Fleischskandal.

Am kommenden Samstagabend, 26. November 2005, um 18:20 Uhr ist foodwatch-Campaigner Matthias Wolfschmidt beim WDR 3 in „Hier und Heute Kontrovers“.

Gute Unterhaltung wünscht

das foodwatch-Team

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Dienstag, 25. Oktober 2005

Bayerische Behörden wussten angeblich frühzeitig vom Fleisch-Skandal

Im bayerischen Fleischabfall-Skandal wussten die Behörden nach einem Zeitungsbericht weitaus früher von den Geschäftspraktiken des Deggendorfer Fleischhändlers als bisher bekannt. Die Staatsanwaltschaft Memmingen habe bereits seit Anfang Juli gegen den Geschäftsmann ermittelt, berichtete die Zeitung "Bild am Sonntag". Lebensmittelkontrolleure hätten den fraglichen Betrieb seither sieben mal unter die Lupe genommen haben, aber erst Mitte Oktober 500.000 Kilogramm ungenießbares Fleisch aus dem Verkehr gezogen.

(Quelle: http://www.ngo-online.de/ganze_nachricht.php?Nr=12121 )

Dienstag, 4. Oktober 2005

Was guckst Du? Tipps von foodwatch

Auf folgende Medien weist foodwatch in dieser Woche hin:

1. Dienstag, 04. Oktober 2005, um 21:55 bis 22:30 Uhr im ARD-Fernsehen: plusminus plant einen Beitrag mit dem Titel "Warum mit Acrylamid belastete Produkte einen Warnhinweis bekommen sollen"!

2. Mittwoch, 05. Oktober 2005, um 13:05 bis 14:00 Uhr ist Nordwestradio (RadioBremen) mit dem Ü-Wagen "unterwegs" und veranstaltet in Verden eine Podiumsdiskusssion zu dem Thema "Geiz ist geil - Billige Lebensmittel um jeden Preis?". Matthias Wolfschmidt, Campaigner von foodwatch, wird unter anderem mit dem ehemaligen "BSE-Bundeslandwirtschaftsminister" Karl-Heinz Funke diskutieren über billige Lebensmittel auf Kosten von Qualität und Sicherheit. Die Veranstaltung wird live übertragen werden im Nordwestradio. Vor Ort (Ökozentrum, Artilleriestr. 6, in Verden) sind Zuschauer willkommen, der Eintritt ist frei.

3. Donnerstag, 05. Oktober 2005, um 21:50 bis 22:15 Uhr im SWR-Fernsehen: Im Wissenschaftsmagazin "WiesoWeshalbWarum" mit dem Thema "Dr. Feelgood - wenn Essen zur Medizin wird" wird sich Thilo Bode, Geschäftsführer von foodwatch, in einem Beitrag zur Lebensmittelsicherheit äußern.

4. Außerdem erscheint im Laufe der Woche das neue Stern Spezial-Magazin "Gesund Leben" mit einer Titelgeschichte zum "Chemiebaukasten" der Lebensmittelindustrie und welche Alternativen es gibt. Barbara Hohl, Sprecherin von foodwatch, äußert sich darin zu Zusatzstoffen und dem Tiefkühl-Branchenpionier Frosta, der auch "ohne" kann. Das Heft enthält außerdem zahlreiche Hinweise für den Einkauf und die Ernährung. Es ist wird im Zeitschriftenhandel erhältlich sein und kostet Euro 3,90 .


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