Verkehr
Berlin, 14.01.09: Anlässlich einer aktuellen Studie zu den Umwelt- und Gesundheitskosten des Lkw-Verkehrs und des wachsenden Transportaufkommens auf der Straße hat der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) eine Ausweitung der Lkw-Maut gefordert. Zwar mache der Lkw-Verkehr in Europa nur sieben Prozent des Straßenverkehrs aus, sei aber für 23 Prozent dessen CO2- Ausstoßes verantwortlich. Bis zum Jahr 2030 würde der CO2-Ausstoß durch Lkw sogar noch um 54 Prozent zunehmen, so die Ergebnisse der Studie von Transport and Environment, der europäisches Dachorganisation des VCD. Zudem entstünden EU-weit 144 Milliarden Euro an Kosten aufgrund von Straßenschäden, die durch Lkw verursacht wurden. Diese seien jedoch nur zu einem Drittel von den Transportunternehmern über Steuern und Abgaben gedeckt, den Rest trage der Steuerzahler. Die Studie wurde von dem niederländischen Umweltinstitut CE Delft verfasst und Anfang der Woche veröffentlicht.
Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: *Über den Lkw-Verkehr werden 77 Prozent des Gütertransports in Deutschland abgewickelt, und auch im letzten Jahr hat der Straßengüterverkehr weiter zugenommen. Angesichts des Klimawandels und der hohen Staatsverschuldung aufgrund der Wirtschaftkrise ist es unverantwortlich, den Steuerzahlern weiterhin die hohen Kosten des Lkw-Verkehrs aufzubürden. Denn neben den Kosten für Straßenschäden kommen für den Steuerzahler auch Kosten für Umweltschäden und Gesundheitsausgaben aufgrund von Luftverschmutzung, Lärmbelästigung sowie Unfällen dazu."
Um die Allgemeinheit zu entlasten, müsse sich die Bundesregierung auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass diese sogenannten externen Kosten in die Mauthöhe eingerechnet werden dürfen. Die derzeit geltende Lkw-Maut von durchschnittlich 16,3 Cent decke noch nicht einmal die vom Lkw-Verkehr verursachten Infrastrukturkosten ab. Allein dafür wäre eine Mauthöhe von 17 Cent notwendig. Um auch noch die externen Kosten abzudecken, fordert der VCD, die Maut schrittweise auf 45 Cent anzuheben. Zudem müsse die Maut für alle Lkw ab 3,5 Tonnen gelten und auf das gesamte Straßennetz ausgedehnt werden.
Heidi Tischmann, VCD-Verkehrsreferentin: *Die Maut muss weiterentwickelt werden, damit unsinnige Transporte vermieden und Gütertransporte auf die umweltfreundlichere Schiene verlagert werden. Durch den Lkw-Verkehr wird pro Tonne und Kilometer fast viermal soviel CO2 ausgestoßen wie durch den Schienengüterverkehr. Um aber auf der Schiene einen Güterverkehrsstau zu vermeiden, benötigen wir dringend eine funktionstüchtige Schieneninfrastruktur. Mittel dafür sind jetzt durch das zweite Konjunkturprogramm der Bundesregierung vorhanden. Investiert werden muss in das Bahnnebennetz, in Verladestationen, Überholgleise und Güterumschlaganlagen und in die Beseitigung der Engpässe in Bahnknoten wie Hamburg, Bremen, Mannheim, Köln und Frankfurt."
Link zur Studie *Are trucks taking their toll?": www.transportenvironment.org/publications
Harry Fischer - 14. Jan, 16:50
Mit dem Bau neuer Straßen lenkt Angela Merkel Deutschland in eine wirtschafts- und klimapolitische Sackgasse. Dies kritisiert der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) anlässlich des heutigen Treffens der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten zum zweiten Konjunkturpaket. Statt mit Milliarden an Steuergeldern die Landschaft weiter zuzubetonieren, müssten die Mittel in die Sanierung des bestehenden Straßen- und Schienennetzes sowie in den maßvollen Ausbau der Bahninfrastruktur eingesetzt werden. Mit einem der dichtesten Straßennetze der Welt sei der Bedarf an Straßen in Deutschland längst gesättigt und die Umweltschäden dadurch schon heute unverantwortlich hoch, so der VCD.
Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: "Angela Merkel bedient den längst überholten Mythos, mehr Straßen brächten mehr wirtschaftliches Wachstum. Doch ob neue Straßen tatsächlich die Wirtschaft ankurbeln, ist äußerst zweifelhaft. Fest steht dagegen, dass die Bundesregierung durch mehr Straßen eine klimafeindliche Verkehrspolitik auf Jahrzehnte zementieren würde. Pkw- und Lkw-Verkehr, Flächenverbrauch, Lärm, CO2-Emissionen sowie der Ausstoß anderer Schadstoffe würden weiter zunehmen und die Umwelt und unsere Gesundheit noch stärker belasten."
Derzeit fielen jährlich rund 9 000 Hektar Landschaft neuen Straßen und anderen Verkehrswegen zum Opfer, was 12 000 Fußballfeldern entspräche. Das Autobahnnetz in Deutschland sei mit rund 13 000 Kilometern nach dem der USA das längste der Welt. Insgesamt seien heute fast 55 Millionen Kraftfahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs. Damit trage der Straßenverkehr mit jährlich rund 150 Millionen Tonnen CO2 zu 18 Prozent zum deutschlandweiten CO2-Ausstoß bei. Wolle die Bundesregierung ihre Klimaziele und ihre Ziele zur Reduzierung des Flächenverbrauchs tatsächlich erreichen, müsse sie dringend eine Wende hin zu einer umwelt- und klimaschonenden Verkehrspolitik einläuten.
Gehrmann: *Wir müssen die Krise als Chance nutzen und jetzt den Grundstein legen für eine intelligente und zukunftsfähige Mobilität. Angesichts des Klimawandels und eines drohenden Güterverkehrskollapses ist es unerlässlich, mehr Menschen und Güter auf die umweltfreundlichere Schiene zu bekommen. Dafür müssen unter anderem mehr Investitionen in regionale Schienenstrecken fließen und der Schienengüterverkehr, insbesondere im Seehafenhinterland, gestärkt werden. Teure Prestigeobjekte wie die ICE-Trasse von Nürnberg nach Leipzig helfen hingegen nicht weiter, um die Schiene attraktiver zu machen."
Harry Fischer - 19. Dez, 14:34
Mobil zu sein ist heutzutage unumgänglich, um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Doch wer wenig Geld hat, muss auch an seiner Mobilität sparen: Geringverdiener legen nachweislich weniger Kilometer am Tag zurück als der Durchschnitt. Durch Mobilitätsarmut büßen jedoch sozial Benachteiligte zusätzlich an Lebensqualität ein und sind auch bei der Arbeitsplatzsuche benachteiligt. Eingeschränkte Mobilität kann somit den sozialen Abstieg weiter verstärken. Die sozialen Aspekte der Mobilität müssen deshalb künftig in der Verkehrs- und Sozialpolitik stärker berücksichtigt werden. Benötigt werden Rahmenbedingungen, die eine flexible und kostengünstige Mobilität für Menschen mit wenig Geld ermöglichen. Was sich ändern muss, zeigt der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) in der aktuellen Ausgabe seiner Mitgliederzeitschrift fairkehr.
Eine Ursache der Mobilitätsarmut innerhalb bestimmter sozialer Gruppen sei laut VCD die verfehlte, autozentrierte Verkehrs- und Städteplanung der vergangenen Jahrzehnte. So wurden reine Wohnsiedlungen errichtet, Einkaufszentren auf die »grüne Wiese« verlegt und die Zersiedelung durch Instrumente wie die Pendlerpauschale finanziell gefördert. Schule, Kino oder Supermarkt sind inzwischen immer seltener fußläufig oder per Rad erreichbar. Öffentliche Verkehrsmittel sind häufig schlecht getaktet und für Geringverdiener oft zu teuer. Der VCD fordert deshalb die Kommunen auf, bessere Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen und den Nahverkehr für alle gesellschaftlichen Gruppen attraktiver zu gestalten. Städte wie Berlin, Köln und Dortmund hätten bereits gute Erfahrungen mit subventionierten Sozialtickets gemacht: Einkommensschwache Bürger bleiben so mobil, und auch die beteiligten Verkehrsbetriebe profitieren von neuen Kunden, während der Schwarzfahreranteil sinkt. Zudem werde es dadurch sozial Benachteiligten ermöglicht, auch ohne Auto am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und auf dem Arbeitsmarkt gleiche Chancen zu haben.
Denn der eigene Wagen gelte oft noch immer als Statussymbol, dessen Abschaffung in den Augen der Betroffenen den sozialen Abstieg besiegelt. Daher falle die Trennung vom eigenen Auto auch bei Geringverdienern immer noch am schwersten. Und das, obwohl beispielsweise im monatlichen Regelsatz eines Hartz-IV-Empfängers nur 14 Euro für den gesamten Bereich »Verkehr« vorgesehen sind, die monatlichen Kosten für einen Pkw jedoch meist bei mehreren hundert Euro im Monat liegen. Ohne Auto ließe sich dieses Geld laut VCD jedoch für Bustickets, eine Bahncard oder für Freizeitaktivitäten einsparen. So würden nicht nur die Umwelt und der Geldbeutel geschont, sondern auch die Teilhabe am öffentlichen Leben gefördert.
Harry Fischer - 5. Dez, 17:33
Wien (pte/26.11.2008/12:07) - In der EU macht sich eine Lobby derzeit wieder für Riesen-Lkw - sogenannte Gigaliner - stark. Diese Schwerfahrzeuge, die um 50 Prozent schwerer als die heutigen Transit-Laster und um 33 Prozent länger sind, könnten schon bald europaweit zugelassen werden. Neben dem Umweltproblem sind es vor allem die Kosten, die Verkehrsinfrastruktur an solche Fahrzeuge anzupassen, die die Gegner auf die Barrikaden treibt. Eine heute, Mittwoch, veröffentlichte Studie des VCÖ
http://www.vcoe.at zeigt, dass die Gigaliner allein in Österreich Straßenumbauten in Milliarden-Euro-Höhe nötig machen würden.
"Hintergrund für die neuerliche Diskussion sind einerseits Tests solcher Lkws mit einer Gesamttonnage von 60 Tonnen und einer Gesamtlänge von 25 Metern in Dänemark, andererseits die Lobby-Arbeit für die schwedische Ratspräsidentschaft während des zweiten Halbjahres 2009", so VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen im pressetext-Interview. Schweden stehe der Zulassung solcher Lastwagen positiv gegenüber. "Mit seiner exponierten geografischen Lage und der dünnen Besiedlung könnte man das argumentieren. In der gesamten EU haben solche Fahrzeuge allerdings nichts verloren", zeigt sich Rasmussen, die auch Vorstandsmitglied des Brüsseler Dachverbandes T & E ist, überzeugt. Es sei wichtig, dass sich Österreichs neue Bundesregierung gemeinsam mit anderen Staaten gegen die Zulassung der Gigaliner stark macht.
Wie teuer die Zulassung der Gigaliner wirklich kommt, zeigt eine Studie aus Deutschland. "Das deutsche Verkehrsministerium beziffert allein die Kosten um die Brücken gigaliner-sicher zu machen mit mindestes acht Mrd. Euro", so die Expertin. Hinzu komme noch der Umbau von Tunnels, Kreuzungen, Kreisverkehren und Parkplätzen. "Das Land Oberösterreich schätzt die Kosten nur für die eigenen Landesstraßen auf 100 Mio. Euro. Nicht miteingerechnet sind dabei die Bundesstraßen und Autobahnen." Für ganz Österreich lägen die Kosten bei mehreren Mrd. Euro. "Das Autobahnnetz weist rund 300 Kilometer Brücken und 300 Kilometer Tunnel auf." Allein im Transitland Tirol gebe es 28 Brücken und 37 Tunnelkilometer, auf den Tiroler Landesstraßen kommen weitere 1.900 Brücken sowie 145 Tunnel dazu.
Die VCÖ-Studie zeigt darüber hinaus, dass Gigaliner auch weitere neue Verkehrsprobleme bringen: Die Gefahr von Unfällen durch die langen Überholwege würde zunehmen. "Wird ein Riesen-Lkw, der 80 km/h fährt, von einem Pkw mit 100 km/h überholt, beträgt der Überholweg 597 Meter", rechnet Rasmussen vor. Auch in Sachen Klimaschutz sei die Einführung solcher Lastwagen kein Zugewinn: "Für Deutschland wurde erhoben, dass durch die Zulassung von Gigaliner rund sieben Mrd. Tonnenkilometer von der Schiene auf die Straße verlagert werden." Ein Lkw verursacht pro Tonnenkilometer 17 Mal so viel CO2 wie die Bahn. "Zudem sind 35 Prozent der Lkw-Fahrten Leerfahrten. Je größer der leere Laster ist, umso höher die Umweltbelastung. Eine Zulassung der Gigaliner durch die EU würde im krassen Widerspruch zu den EU-Klimaschutzzielen stehen." Die EU sollte stattdessen im Rahmen ihres Konjunkturpakets verstärkt in den Ausbau der Schiene investieren, so Rasmussen abschließend gegenüber pressetext.
Quelle: pressetext.austria
Redakteur: Wolfgang Weitlaner
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Harry Fischer - 26. Nov, 17:29
Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) kritisiert die Strategie der deutschen Autoindustrie zur Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes bei Pkw als mangelhaft. Zwar sei der Ansatz richtig, durch die verstärkte Nutzung von alternativen Kraftstoffen und Antrieben CO2 einzusparen. Er ersetze aber keinesfalls eine ehrgeizige und wirksame Erhöhung der Energieeffizienz bei den einzelnen Fahrzeugen. Hier habe der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) bei der heutigen Präsentation seiner Zukunftsstrategie alle erforderlichen Zusagen vermissen lassen.
Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: *Die europäischen Autohersteller haben sich verpflichtet, den CO2-Ausstoß von Neufahrzeugen bis 2008 auf durchschnittlich 140 Gramm pro Kilometer zu senken, was 5,9 Litern Benzinverbrauch auf 100 Kilometern entspricht. Dieses Ziel verfehlen sie grandios. Dafür sind insbesondere die deutschen Hersteller verantwortlich. Um von dieser skandalösen Schlappe abzulenken, startet ihr Dachverband jetzt ein Ausweichmanöver und will mit Hilfe alternativer Kraftstoffe die Energiebilanz schönrechnen. So stiehlt sich der VDA aus der Verantwortung."
Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der in Deutschland zugelassenen Neufahrzeuge aus deutscher Produktion sei mit etwa 175 Gramm pro Kilometer im Jahr 2005 viel zu hoch. Aus Sicht des VCD ist die entscheidende Voraussetzung für eine klimaverträgliche Entwicklung des motorisierten Verkehrs, den Verbrauch am einzelnen Fahrzeug erheblich zu senken. Dies könne nur gelingen, wenn die Autoindustrie den jahrelangen Trend zu immer schwereren und immer höher motorisierten Fahrzeugen endlich stoppe.
*Letztlich sind auch nachwachsende Rohstoffe nur begrenzt verfügbar, denn ihre Anbaufläche ist endlich. Deshalb ist es nicht entscheidend, wie genau der Treibstoffmix in den nächsten Jahrzehnten aussieht. Entscheidend für das Klima und ebenso für vertretbare Kosten unserer Mobilität ist vielmehr ein sparsamer Umgang mit jeder Form von Energie", erklärt Lottsiepen.
Der Nutzung der Atomenergie zur Erzeugung von Wasserstoff für den Antrieb von Autos, wie sie Vertreter des VDA in Erwägung ziehen, erteilt der VCD eine klare Absage. Lottsiepen: *Die Menschen in Deutschland wollen den Ausstieg aus der gefährlichen Atomkraft. Es ist unverantwortlich auf Atomkraft zu setzen und deren unbestreitbare Risiken in Kauf nehmen zu wollen, nur damit weiter riesige Geländewagen durch die Städte fahren können."
Harry Fischer - 17. Feb, 22:38
Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) lehnt die von der Bundesregierung geplante Kürzung der Finanzmittel für den öffentlichen Nahverkehr ab. Entgegen den Zusagen der Vorgängerregierung sollen die so genannten Regionalisierungsmittel, aus denen die Länder vor allem den Schienenpersonennahverkehr bezahlen, in den kommenden vier Jahren um drei Milliarden Euro gekürzt werden.
*Das würde ein deutlich schlechteres Angebot von Bus und Bahn zu höheren Preisen bedeuten, der positive Trend bei den Fahrgastzahlen würde zunichte gemacht", kritisiert Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender. In der Konsequenz widerspreche das dem Bekenntnis der neuen Regierung, Klimaschutzziele erreichen sowie Lärmschutz und Luftqualität verbessern zu wollen.
Gehrmann: *Der Koalitionsvertrag sieht viel Geld für Straßenausbau und Luxusprojekte wie den Transrapid oder Hochgeschwindigkeitsstrecken im Schienenverkehr vor. Gleichzeitig soll aus vermeintlichen Spargründen beim Pflichtprogramm des öffentlichen Verkehrs nach dem Kahlschlagprinzip gekürzt werden. Das ist nicht zu rechfertigen. Im Ergebnis würde das eine weitere Umverteilung von Steuergeldern zugunsten der Straße und zulasten von Bus und Bahn bedeuten, mit allen fatalen Folgen für Umwelt und Gesundheit."
Angesichts krankmachender Feinstaub- und Verkehrslärmbelastungen in vielen Städten müsse es vielmehr darum gehen, den öffentlichen Verkehr noch auszubauen und attraktiver zu machen. Dies könne ohne zusätzliche Ausgaben geschehen, indem die Länder zu mehr Transparenz bei der Geldervergabe verpflichtet würden. Heidi Tischmann, Verkehrsreferentin des VCD: *Es muss klar und deutlich nachvollziehbar sein, dass die entsprechenden Mittel auch tatsächlich für den öffentlichen Nahverkehr ausgegeben werden."
Der VCD fordert zudem, den Einsatz der Steuergelder im Bereich Verkehr effizienter zu machen. *Zur Zeit kommen die Gelder für den öffentlichen Verkehr aus vielen verschiedenen Töpfen. Das ist unübersichtlich und ineffizient. Notwendig ist deshalb eine Finanzreform, die zum einen alle öffentlichen Zuschüsse für diesen Bereich bündelt und zum anderen die Mittelvergabe an klare Leistungskriterien knüpft. Ziel muss dabei immer sein, den Anteil von Bus und Bahn am gesamten Verkehrsaufkommen zu steigern", erklärt Tischmann.
http://vcd.org
Harry Fischer - 25. Nov, 15:39
Nach zwei Stunden wurde am Dienstag, dem 15. November, der 1. Anhörungstermin der privaten Einwender und der Naturschutzverbände im Planfeststellungsverfahren Bundesautobahn (BAB) 14 durch die Genehmigungsbehörde abgebrochen. Das Landesverwaltungsamt hatte entgegen der rechtlichen Vorgabe verabsäumt die Diskussionsbeiträge auf Tonträger aufzuzeichnen und so ein exaktes Wortprotokoll unmöglich gemacht.
Neben diesem Formfehler der Genehmigungsbehörde, die 217 Einwendungen gar nicht erst zugelassen hatte, führte auch das Verhalten des Antragstellers, der Straßenbaubehörde des Landes Sachsen-Anhalt) zu Unmut im Colbitzer Bürgerhaus. Nachdem der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) die Zulassung der Öffentlichkeit beantragt hatte, hat der Antragsteller mehrfach diese Zulassung abgelehnt. Eine inhaltliche Begründung hatte die Betonfraktion nicht vorzubringen.
Oliver Wendenkampf, BUND Landesgeschäftsführer und Delegationsleiter der BUND-Vertreter im Anhörungsverfahren, fragte: "Was hat die Straßenbauverwaltung zu verheimlichen?" Ist doch zum einen die Behörde gehalten ein öffentliches Verfahren zu gewährleisten und zum anderen sind umweltrelevante Daten, wie sie auch zum Anhörungstermin zur Sprache kommen, laut Umweltinformationsgesetz allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung zu stellen.
"Mit der unzureichenden Vorbereitung des Anhörungstermins durch das Landesverwaltungsamt wurde nicht nur das Verfahren unnötig verzögert, sondern auch das ehrenamtliche Engagement der UmweltverbandsvertreterInnen und der privaten Einwender mit Füßen getreten," kritisierte Oliver Wendenkampf. Wie gering die Landesregierung, vertreten durch das Landesverwaltungsamt, das ehrenamtliche Engagement im Lande schätzt, zeigte sich so: Weder auf eine eine Einladung mit vier Wochen Frist zum neuen Termin wollte sich die selbstherrliche Truppe einlassen, noch auf einen Erstattung der Auslagen für diesen zusätzlichen Termin, der ohne Verschulden der Einwender notwendig wurde.
Die zahlreichen Mängeln des Antrages auf Planfeststellung für den Planfeststellungsabschnitt Wolmirstedt - Colbitz und die Umstände des abgebrochenen Anhörungstermins könnten im bevorstehenden Klageverfahren den Beton-Brüdern allerdings auf die eigenen Füße fallen. Wenn Rechte und Vorschriften in den Amtsstuben mit Füßen getreten werden, ruft das bei Richtern keine Begeisterung hervor.
Harry Fischer - 22. Nov, 12:27
Am Mittwoch, dem 15. November ist im Kulturhaus in Colbitz um 10 Uhr der Erörterungstermin zum Bau der A 14. Der BUND wird zusammen mit acht weiteren Privat-Einwendern und zwei weiteren Verbänden zu Beginn des Termins beantragen, daß die Öffentlichkeit zugelassen wird.
Der BUND kritisiert, daß bei der bisherigen Planung gegen zahlreiche gesetzliche Auflagen verstoßen wird - nach bundesdeutscher und nach europäischer Rechtsprechung. So gibt es keine Verkehrszählungen, die einen Bedarf für die A 14 belegen könnten. Die gesetzlich notwendige Alternativenprüfung, besonders wichtig für dieses ökologisch höchst umstrittene Bauvorhaben, wird auch in der Planfeststellung ignoriert.
Ignoriert werden auch die Vorgaben zu Lärmschutz und Luftschadstoffen. Sollten die Bedenken des BUND im Erörterungstermin am 15. 11. nicht geklärt werden können, wird dies eine Klage nach sich ziehen.
Harry Fischer - 15. Nov, 00:10
Berlin, 21.10.05: Nach der letzten Untersuchung zum Mobilitätsverhalten im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums lebt ein Fünftel aller Haushalte in Deutschland ohne eigenes Auto. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) berichtet in seiner Mitgliederzeitschrift fairkehr über den autofreien Alltag und befragt Menschen nach ihren Erfahrungen mit einem Leben ohne Auto. *Die meisten erleben es als Erleichterung und Bereicherung, das Auto abzuschaffen. Das gilt sowohl in finanzieller Hinsicht als auch im Bezug auf die tägliche Erlebniswelt", resümiert Hermann-Josef Vogt, stellvertretender VCD-Bundesvorsitzender.
Die überraschendste Erkenntnis für viele Umsteiger sei, dass sie das Auto vor der Haustür nicht vermissen. Zudem sei es in der Regel billiger, sich punktuell einen fahrbaren Untersatz zu mieten, als dauerhaft das eigene Auto zu unterhalten. Eine besonders günstige Möglichkeit biete das Carsharing, da es die Autonutzung auch für einzelne Stunden ermögliche und einen Fuhrpark mit unterschiedlichen Fahrzeuggrößen je nach Bedarf zur Auswahl anbiete. *Bei dieser Lösung übernimmt außerdem der Anbieter alle unbequemen Aufgaben rund um das Auto wie Inspektionen, TÜV, Reparaturen und Versicherungsfragen", sagt Vogt.
Weitere positive Aspekte der autofreien Mobilität machten sich vor allem bei Kindern bemerkbar. Vogt: *Sie sind selbständiger unterwegs, haben eine bessere Orientierung und sind beweglicher als Altersgenossen, die von einem zum nächsten Termin mit dem Auto kutschiert werden." Nicht zuletzt spiele auch der Umweltaspekt bei der Entscheidung gegen das Auto eine Rolle. Es bleibe das gute Gefühl, einen eigenen Beitrag zur Verringerung der Lärm- und Abgasbelastung sowie des Treibhauseffektes zu leisten.
Nachteile für Menschen ohne Auto gebe es eher wenige. Einer sei die Stellplatzpflicht. Danach müsse neu geschaffener Wohnraum immer auch eine bestimmte Zahl an Autostellplätzen vorweisen. In einer gewöhnlichen Siedlung zahle daher jeder für Parkplätze mit, egal ob er ein Auto habe oder nicht. Störend werde mit zunehmender Dauer der Autolosigkeit die umfassende Präsenz der Blechkarossen empfunden, die allzu häufig Straßenübergänge versperrten und an Stelle von Grün oder Spielraum asphaltierte Abstellflächen verlangten. Weitgehend ohne diese Nachteile lebe es sich in einer der etwa ein Dutzend autofreien Wohngebiete in Deutschland. Beispielhaft hierfür portraitiert die aktuelle fairkehr das Freiburger Viertel Vauban.
Die vollständige Titelgeschichte *Autofrei leben - fehlt was?" lesen Sie in der Ausgabe 5/2005 der fairkehr. Bei Interesse senden wir Ihnen das Heft gerne kostenfrei zu. Weitere Informationen zur VCD-Mitgliederzeitschrift gibt es im Internet unter www.fairkehr.de.
http://www.vcd.org
Harry Fischer - 21. Okt, 12:06
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat der Bundesregierung vorgeworfen, mindestens 680 Millionen Euro Steuergelder für den Neubau einer Autobahn von Magdeburg nach Schwerin verschwenden zu wollen. Das prognostizierte Verkehrsaufkommen von 15 000 Kraftfahrzeugen pro Tag auf dieser Strecke rechtfertige nicht einmal den Bau einer zweispurigen Bundesstraße.
Die Planung der A14 müsse sofort gestoppt und nach preisgünstigen Alternativen gesucht werden. Der Umweltverband kritisierte die A14 auch deshalb, weil sie 14 Natur- und Vogelschutzgebiete mit dem höchsten europäischen Schutzstatus beeinträchtige. Bisher weigerten sich die Straßenbaubehörden jedoch, den umweltschonenden Ausbau einer Alternativstrecke unter Einbeziehung der Bundesstraßen B 189 und B 5 zu prüfen. Diese würde 400 Millionen Euro sparen.
Die Planung der A14 widerspreche einer Vielzahl von landes- und regionalplanerischen Vorgaben. So stufe der Landesentwicklungsplan von Sachsen-Anhalt die durchschnittenen Regionen als Vorranggebiete für Tourismus, Natur und Hochwasserschutz ein. Ebenso dürften die nach Brüssel gemeldeten Natura-2000-Gebiete nicht beeinträchtigt werden.
Nach 34 Absatz 3 des Bundesnaturschutzgesetzes dürften Bauvorhaben in solchen Gebieten nur zugelassen werden, "wenn es aus zwingenden Gründen des überwiegenden Interesses notwendig ist und zumutbare Alternativen nicht vorhanden sind". Der vom BUND und den "A 14"-Bürgerinitiativen vorgeschlagene Ausbau der B 189/B 5 sei eine solche naturschonende und leistungsfähige Alternative.
Rechtsanwalt Karsten Sommer, er betreut die Bürgerinitiativen in diesem Konflikt: "Die bisherige Planung der Autobahn von Magdeburg nach Schwerin weist gravierende rechtliche Fehler auf. Es liegen erhebliche Beeinträchtigungen von Flora-Fauna-Habitat-Naturschutzflächen vor. Planer und Politiker müssen ihren Kurs schnell korrigieren, wenn sie massive Zeitverluste oder gerichtliche Niederlagen vermeiden wollen. Die Planungsstandards zum Bedarf, bezüglich der Naturschutzvorschriften und zur Prüfung von Alternativen müssen zwingend eingehalten werden."
http://www.bund.net
Harry Fischer - 24. Sep, 23:38